Werde bei uns Heilerziehungspfleger!


Was ist los?


Aus der Fachschule:

Mein Name ist Melina Grabic, ich bin 20 Jahre alt und aktuell Unterklassenschülerin an der Fachschule St. Raphael. In diesem Jahr meiner praktischen Ausbildung befinde ich mich im teilstationären Bereich, wo ich dem Sprachheilkindergarten zugeteilt wurde. Zusätzlich bin ich alle zwei Wochenenden in der Kurzzeitwohnen-Gruppe „Raphael“ des Kinderhauses tätig.

 

Menschen helfen

Ich wollte schon mein ganzes Leben lang Menschen helfen. Jedoch war ich anfangs immer der Überzeugung, dass für dieses Ziel ein Medizinstudium notwendig wäre. Dann habe ich aber durch ein dreiwöchiges Praktikum meiner Schule in der Caritas-Werkstatt erfahren können, dass ich den Wunsch hege, einen Beruf ausüben, in dem ich aktiv Menschen helfen kann, ihr Leben im Alltag zu unterstützen damit sie möglichst selbstständig und sozialraumnah leben können. 

 

Jahrespraktikum hat Berufswunsch gefestigt

So habe ich mich dazu entschieden, die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu absolvieren, denn diese bietet beispielsweise neben der Pflege auch den Bereich der Inklusion an. Zudem habe ich durch mein zusätzliches Jahrespraktikum verschiedene Bereiche kennenlernen können, darunter die Arbeit in der Tagesbildungsstätte und das Arbeiten auf einer stationären Gruppe, die nicht unterschiedlicher sein könnten. 

So bietet also der Beruf als Heilerziehungspfleger*in verschiedene Möglichkeiten in die Berufswelt einzusteigen und auch das Konzept vom Zusammenschluss von Schule und Praxis hat mich sehr angesprochen und bietet viel Abwechslung.

 

Enge Verzahnung von Theorie und Praxis

Ich lege jedem diese Ausbildung an Herz, der die Leidenschaft besitzt, anderen Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen in alltäglichen Situationen zu helfen, wie zum Beispiel dem Einkauf von Lebensmitteln oder bei der Morgen/Abendroutine, welche beispielsweise aus dem Duschen, Waschen, An- und Ausziehen, Zähne putzen und frühstücken/Abendbrot essen besteht, denn diese Form der Ausbildung bietet einem die Möglichkeit, viel praktische Erfahrung sammeln zu können und das in der Schule erlernte in die Arbeit integrieren zu können.

 

Große Dankbarkeit

Das Beste an diesem Beruf ist jedoch die unendliche Dankbarkeit, die man von den Menschen, denen man hilft, erfährt, die unbezahlbar ist und einem täglich ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Text: Melina Grabic/Fachschule für Heilerziehungspflege


Veränderte Aufnahmevoraussetzungen

an der HEP-Fachschule 

Papenburg. Im Sommer 2021 starteten 20 junge Menschen ihre Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger*in. Nach einer ersten Einarbeitung in den Praxisstätten begann die theoretische Ausbildung am 02. September. Die Fachschule St. Raphael ist nach wie vor eine Schule in freier Trägerschaft. Träger ist der Caritas-Verband für die Diözese Osnabrück. Ein Schulgeld wird von den Auszubildenden nicht erhoben.

 

Inhaltliche und formale Änderungen

Die Ausbildung hat sich sowohl inhaltlich als auch formal verändert. Diese Veränderungen ergeben sich aus dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) und der UN-Behindertenrechtskonvention. Die früheren Lernfelder werden gemäß Rahmenrichtlinienplan durch insgesamt 18 Module aus den folgenden vier Kompetenzfeldern abgelöst:

 

  • Erziehung, Bildung und Assistenz 
  • Pflege und Assistenz 
  • Kommunikation und Zusammenarbeit 
  • Management, Recht und Verwaltung 

 

Jeweils zwei Module beziehen sich pro Ausbildungsjahr auf das Kompetenzfeld „Erziehung, Bildung und Assistenz“.

Im ersten Ausbildungsjahr sind das die Module „Entwicklungsaufgaben wahrnehmen und begleiten“ (Modul 1) sowie „Individuelle Beziehungs- und Bildungsprozesse initiieren“ (Modul 2). In diesen Modulen geht es zum einen darum, die Entwicklung des Menschen beispielsweise aus entwicklungspsychologischer Sicht kennen zu lernen. Zum anderen wird erarbeitet, wie Assistenz, Förderung und Begleitung aussehen kann.

 

Ein weiteres Modul ist: „Menschen bedürfnisorientiert pflegen“ (Modul 3, Kompetenzfeld Pflege und Assistenz). Hier werden medizinische Grundkenntnisse vermittelt sowie die Grundlagen der Förderpflege erlernt.

 

Im Modul 4 „Kommunikation als Mittel der Beziehungsgestaltung nutzen“ (Kompetenzfeld Kommunikation und Zusammenarbeit) lernen die Schüler*innen zum Beispiel, unterschiedliche Kommunikationsformen personenorientiert anzuwenden. 

 

Im Modul 5 „Berufsidentität entwickeln“ (Kompetenzfeld Management, Recht und Verwaltung) geht es unter anderem um die Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Rolle. Die Schüler*innen reflektieren gesellschaftliche und rechtliche Aspekte der Teilhabe. Das Modul 6 (Optionale Lernangebote) bietet Raum für Vertiefungen und/oder zusätzliche Lernangebote und Projekte. 

 

Hinzu kommen im Verlauf der Ausbildung die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Religion und Politik.

 

Im Unterricht geht es nicht nur um den Erwerb von Wissen und fachlichen Kompetenzen. Auch die eigene Haltung wird reflektiert und hinterfragt. 

 

Die Inhalte der Module werden im jeweiligen Kompetenzfeld im Verlauf der dreijährigen Ausbildung immer komplexer. 

Im ersten Ausbildungsjahr werden in den jeweiligen Kompetenzfeldern die Grundlagen vermittelt, auf die im zweiten und dritten Ausbildungsjahr inhaltlich aufgebaut wird. 

 

Die inhaltliche Ausgestaltung und Festlegung erfolgt in einem gemeinsamen Projekt der betreffenden Lehrkräfte.

So werden die Schüler*innen kontinuierlich darauf vorbereitet, in einer Haltung des Respekts und der Empathie Verantwortung zu übernehmen um nach der Prüfung als Fachkraft gut vorbereitet zu sein. 

 

Ausgangspunkt des Unterrichts in den Modulen sind sogenannte Lernsituationen. Dabei handelt es sich um konkrete Alltagssituationen (Handlungssituationen), die bisherige Auszubildende tatsächlich erlebt und selbst als praxisrelevant eingeschätzt haben. Diese Handlungssituationen wurden anonym erhoben, verfremdet und pädagogisch aufgearbeitet, so dass auch hier eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis gegeben ist. Mindestens genauso wichtig wie der Erwerb von Fachwissen und fachlichen Fertigkeiten ist die Entwicklung einer professionellen Haltung.

 

Einen großen Raum hat auch schon in den bisherigen Jahrgängen die praktische Ausbildung eingenommen. Dies ist in gleichem Umfang beibehalten worden. Die Ausbildung erfolgt in dualähnlicher Form, das heißt zweieinhalb Schultage und der Einsatz in der Praxis wechseln sich innerhalb der Woche ab. 

 

Sofortige Umsetzung des Erlernten

So ist ein sofortiger Transfer des Gelernten in die Praxis möglich. Die Auszubildenden sammeln nicht nur die vorgeschriebenen 500 Praxisstunden pro Ausbildungsjahr, sondern weitere ca. 650 zusätzliche Stunden in der Praxis werden angelehnt an das Mindestlohngesetz vergütet. Sie lernen nach Möglichkeit sowohl die Wohnbereiche, die Caritas-Werkstätten als auch (vor-)schulischen Bereiche kennen. Wert wird auch darauf gelegt, dass sowohl mit Kindern/Jugendlichen als auch mit erwachsenen Klient*innen Erfahrungen gesammelt werden. Die Praxisanleitung übernehmen Fachkräfte in der jeweiligen Gruppe. Zusätzlich sind den Fachschüler*innen und Praxisanleitungen die Praxisbegleitungen, die von der Fachschule entsandt werden, an die Seite gestellt. Anders als an anderen Fachschulen sind auch diese Praxisbegleitungen Mitarbeiter*innen, die vor Ort in den Praxisstätten tätig sind. In den meisten Fällen handelt es sich um erfahrene Sozialpädagog*innen, Heilpädagog*innen oder sehr erfahrene Heilerziehungspfleger*innen, die auch im Sozialen sowie Begleitenden Dienst in den Teileinrichtungen des St. Lukas-Heims tätig sind. Gemeinsam mit dem Fachschüler / der Fachschülerin besprechen die Praxisanleitungen und die Praxisbegleitungen regelmäßig den praktischen Stand der Ausbildung. 

 

Vorgaben werden mit Leben gefüllt

Die Praxisbegleitungen nehmen zusätzlich pro Ausbildungsjahr drei Sichtstunden ab, die die Auszubildenden planen, durchführen und reflektieren. 

Sowohl den Lehrkräften als auch den Praxisbegleitungen und Praxisanleitungen gebührt großer Dank. Mit viel Engagement und Energie sorgen sie dafür, dass die Vorgaben mit Leben gefüllt werden. Die Ausbildung der Fachschüler*innen zu fähigen und motivierten Heilerziehungspfleger*innen ist sicher nur möglich, wenn Lehrkräfte, Praxisanleitungen und Praxisbegleitungen hier Vorbilder sind, denen in erster Linie eine gute und angemessene Betreuung der Klient*innen wichtig ist. 

 

Novellierte Zugangsvoraussetzungen

Neu beziehungsweise erweitert sind auch die Zugangsvoraussetzungen. Eine Ausbildung kann nun eventuell schon beginnen, wer die in der Tabelle aufgelisteten Voraussetzungen erfüllt. Dies wird gegebenenfalls in einem persönlichen Beratungsgespräch geklärt.

 


Perspektivwechsel bei Schülerinnen und Schülern der Papenburger Fachschule für Heilerziehungspflege

Im Rahmen eines Projekttages mit dem Kompetenzzentrum Kramer verzichteten sie für mehrere Stunden auf einen Großteil ihrer gewohnten Mobilität und setzten sich in Rollstühle. Ziel war es, das Alltagsgeschehen aus Sicht eines mobilitätsbeeinträchtigten Menschen kennenzulernen. 

Auf ihrem facettenreichen und durchaus kraftanstrengenden Parkour ließen sich die Fachschüler Jan und Christoph begleiten. Die beiden 21-jährigen sind seit dem Sommer in der Mittelklasse der Fachschule. „Ich habe mich schon von Anfang der Ausbildung an auf diese Einheit gefreut. Denn diesen Perspektivwechsel finde ich spannend“, sagt Jan. Pandemiebedingt musste dieser praktische Teil mehrfach aufgeschoben werden. „Mich interessiert es, wie es sich mit Blick auf die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden verhält, denn es wird sehr häufig damit geworben, dass viele Bereiche barrierefrei seien“, so Jan weiter. Was für den repräsentativen Radfahrer oder Fußgänger im Bereich der Friesenstraße auf den ersten Blick noch als überwindbar darstellen mag, stellte die beiden bereits ganz zu Anfang ihres Selbstversuchs vor die ersten größeren Herausforderungen. Zwar sind der Radweg und Fußweg getrennt, doch sind große Teile des Bereiches mit zahlreichen Unebenheiten sowie kleineren und größeren Schlaglöchern im Pflaster sowie der geteerten Fläche versehen. Immer wieder wird der Rollstuhl am Ausrollen gehemmt. Kraftaufwändige Neustarts mit den Armen und Händen sind die Folge. Zwischendurch ist immer wieder das Klingeln von Radfahrern zu vernehmen, die an den Rollis vorbeiziehen möchten. Auf den ersten Blick besser scheint die Situation für Rollstuhlfahrer im Bereich des Hauptkanals zu sein. Auf den roten Klinkersteinen bewegen sich die beiden mit ihren Rollies fast schon in Windeseile. Doch dann weckt ein Café ihr Interesse. „Gar nicht so einfach, dort hinzukommen“, wie Jan feststellt. Denn er muss über die Fläche einer Parkbucht, die mit Bruchsteinen gepflastert wurde. Nur mit Mühe gelingt es, diesen Bereich zu überqueren. 

 

Als weiteres Hemmnis stellen sich die anschließenden, abgerundeten Klinkersteine dar, die eine optische Trennung zwischen Bürgersteig und Straße vermitteln sollen. „Ich will eisern bleiben. Das heißt, ich möchte möglichst auf fremde Hilfe verzichten und auch meine Rolle als Rollstuhlfahrer beibehalten und nicht aufstehen“, sagt Jan. Mit viel Biss gelingt es ihm schließlich, den Bürgersteig zu erreichen. Später erfolgt in einem unbemerkten Moment der Rollentausch und Christoph setzt sich in den Rollstuhl seines Mitschülers Jan. Denn auch das ist für den Erfolg des Vorhabens wichtig: Sie sollen während des Selbstversuches als Rollifahrer wahrgenommen werden. Der Besuch des historischen Rathauses muss leider ausfallen, da es aufgrund von Sanierungsarbeiten in großen Teilen völlig entkernt wurde und für den Publikumsverkehr nur nach Anmeldung zur Verfügung steht. Mehr Glück hat der 21-jährige beim Besuch der St. Antonius-Kirche. Die automatische Tür öffnet sich und er kann im Kirchenraum große Teile mühelos erreichen. Lediglich der Altarraum ist aufgrund der Stufen nicht barrierefrei. „Aber vielleicht gibt es ja hier eine Rampe“, so Christoph. 

 

Die Exkursion über die Kirchstraße verläuft fast schon reibungslos. Doch dann an der Ampel geht alles sehr schnell: Sein Rollstuhl war nach hinten gekippt und Christoph lag auf dem Bürgersteig. „Nur mit Hilfe von meinem Mitschüler Jan ist es mir gelungen, relativ schnell aus dieser Situation zu kommen. Ich war mir wohl schon zu sicher im Umgang mit dem Rolli“, so der HEP-Schüler. Auch wenn die Situation sehr herausfordernd war, so zieht er ein positives Fazit: „Ich bin eisern geblieben und nicht aufgestanden. Die Rolle habe ich bis zuletzt ausgeübt. Der Perspektivwechsel hat mir gezeigt, dass eine Fahrt mit dem Rolli sehr kraftaufwändig ist. Dieser Ausbildungsabschnitt hat mir sehr geholfen, mich in die Situation von mobilitätseingeschränkten Menschen hineinzuversetzen“, so Christoph. 

 

Mit der Videokamera dokumentiert

Die beiden Selbstversuche wurden mit einer Videokamera begleitet. Daraus entstanden zwei Filmbeiträge, die auf YouTube über unseren Videokanal vom St. Lukas-Heim betrachtet werden können.

 

 


26 neue Absolventen der

Fachschule für Heilerziehungspflege

 

Papenburg. Aufbrechen und ankommen: Dieses Motto hatte für die 26 Absolventen der Papenburger Fachschule für Heilerziehungspflege „St. Raphael“ eine ganz besondere Bedeutung. Denn die Hälfte ihrer dreijährigen Ausbildung erlernten sie die Basics eines vielfältigen Berufes unter Pandemiebedingungen. Für viele war es kein Abschied, denn ein Großteil wird weiterhin in der Einrichtung tätig sein.

 

Inklusionsprozesse begleiten

„Mit dem Abschluss in der Hand sind sie nun angekommen, aber nur für den Moment. Ich bin mir sicher, dass sie noch oft in ihrem Leben aufbrechen und ankommen werden“, sagte Heinz-Bernhard Mäsker während der Abschlussfeier mit Blick auf die zahlreichen Veränderungsprozesse, die immer wieder das Handeln in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe begleiten. Dabei machte er deutlich, dass alle Absolventen mit dem Bestehen der Abschlussprüfung nun Fachkräfte der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie seien, die künftig die Inklusionsprozesse sozialpädagogisch mitbegleiten und beeinflussen würden. Zudem erinnerte er auch an die bisherigen Wellen der Pandemie, die einen Großteil der Ausbildung veränderten und allen Beteiligten eine Menge abverlangten. „Letztes Jahr bei gesunkenen Inzidenzzahlen waren wir sehr zuversichtlich, dass Schlimmste hinter uns haben. Doch weit gefehlt“, so der Geschäftsführer. Im November begann nach seinen Worten eine extrem herausfordernde Zeit. Denn die Einrichtungen des zweiten Lebensbereiches, wie beispielsweise die Kindergärten, Tagesbildungsstätten und Werkstätten mussten aufgrund der gesetzlichen Corona-Regelungen schließen. „In der Praxis mussten sie in den Wohnbereichen kräftig mit anpacken, da es dort eine Rund-um-die-Uhr Betreuung und Versorgung sicherzustellen galt“.

 

Digitale Medien genutzt

Die theoretischen Inhalte des schulischen Teils der Ausbildung bestimmten zum großen Teil im Homeschooling und über digitale Medien mit den Dozenten und Klassenkameraden die Lernprozesse. „Sie mussten hochflexibel reagieren und oft auch improvisieren. Für diese ganz besonderen Herausforderungen und Erfolge gebührt ihnen großer Dank und Anerkennung“, so Mäsker.

 

Personelle Weichenstellungen

In der Fachschule wurden frühzeitig die Weichen für eine Nachfolge des langjährigen Leiters Volker Weihrauch eingeleitet, der im kommenden Jahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird. Weihrauch brachte seine Freude zum Ausdruck, dass trotz der großen Herausforderungen eine gute Klassengemeinschaft und viele Freundschaften entstanden seien. „Das freut mich, denn Ausbildungsjahre sind auch ihre Lebensjahre, die im Rückblick positiv in Erinnerung bleiben sollten“, so Weihrauch. Derzeit wird Ursula Diedrichs, bisherige Psychologin aus dem Kinderhaus, in diese Funktion eingearbeitet. Feierlich verabschieden konnte die Einrichtung den langjährigen Dozenten Josef Ehl. Er unterrichtete viele Jahre das Fach Deutsch. Gestartet waren die Feierlichkeiten in der kirchlichen Einrichtung traditionell mit einem Gottesdienst, der von Pastor Gerrit Weusthoff geleitet wurde.

 

Ressourcenorientiert fördern

Für die Absolventen sprach Jonas Fokken. „Ich habe während meiner Ausbildung oft gelernt, dass ich mit den Bewohnern viel mehr gemeinsam habe“. Zudem wurde nach seiner Erkenntnis während der Ausbildung deutlich, dass nicht die Defizite, sondern der ressourcenorientierte Ansatz im Mittelpunkt stehe. An der musikalischen Umrahmung wirkten Karl-Heinz Kampeling, Jutta Jongebloed Frische und Ruth Tuschinski mit. Im Beisein der Eltern übergaben zum Ende der offiziellen Feier Mäsker, die Pädagogische Leiterin Sandra Schmidt und Schulleiter Volker Weihrauch die Zeugnisse an die Absolventen. Eingebunden war auch die Unterklasse, die sich mit weiteren Mitarbeitern der Hauswirtschaft um die Bewirtung kümmerte und den Absolventen selbstbemalte Glückssteine übergab.

 

26 Absolventen

Folgende Absolventen erhielten ihre Zeugnisse: Janneke Anscheit, Karina Bejfus, Karina Bluhm, Karina Boltjes, Bianca Düttmann, Jonas Fokken, Charlotte Frische, Corinna Gerdes, Marlene Gremme, Till Griepenburg, Christina Harms, Christian Hemptenmacher, Angelina Henzen, Ann-Christin Kloppenburg, Wiebke Junker, Torben Kaschel, Linda Läken, Anna Landwehr, Stefanie Lazuarus, Tobia Meyer, Hauke Oltrop, Dirk Schmees, Celine Schmitz, Laura Schule, Christina Sievers und Daniel Thien.

 

 


Sicherheit von Anfang an: 

Eindrucksvoller Begrüßungsgottesdienst für 27 künftige Heilerziehungspfleger

Papenburg. Zu den besonderen Ereignissen der Fachschule für Heilerziehungspflege „St. Raphael“ zählt jährlich neben dem feierlichen Abschluss auch die Begrüßung der „Neuen“. Mit 19 junge Frauen und 8 Männern wurde in der Papenburger St. Josef-Kirche ein Gottesdienst gefeiert, den der Geschäftsführer vom St. Lukas-Heim Heinz-Bernhard Mäsker, die Pädagogische Leiterin Sandra Schmidt und Schulleiter Volker Weihrauch begleiteten.

 

Die Oberklassenschüler hatten sich gemeinsam mit den Lehrkräften Almut Luiking und Jutta Jongebloed-Frische für die Gestaltung der Feierstunde in der St. Josef-Kirche einiges einfallen lassen. Zum Anlass passende Musik- und Wortbeiträge, aber auch die Gestaltung von kleinen Begrüßungsgeschenken gehörten dazu. Denn bereits im Vorfeld hatten sie Pinsel und Farbe in die Hände genommen, um kleine Bilder für die Ausbildungsstarter zu fertigen. Jeder der Schüler durfte sich ein Bild aus dem Altarraum nehmen: Das Besondere, der Name auf der Rückseite des Bildes zeigte nicht nur den Urheber, sondern zugleich auch den Paten für das erste Ausbildungsjahr. So können sie von den Erfahrungen ihrer Vorgänger profitieren und erhalten wichtige Zusammenhänge aus den vielen Teileinrichtungen mit den komplexen Strukturen vom St. Lukas-Heim. „Lassen sie sich auf die Menschen ein. Sie werden während ihrer Ausbildung viele kennenlernen“, appellierte Volker Weihrauch an die „Neuen“. Das sind nach seinen Worten auch die Mitarbeiter in den Gruppen, die Praxisanleiter sowie die Lehrerinnen und Lehrer, aber vor allem auch die Betreuten, Bewohner und Klienten. „Die sind es gewohnt, das Schüler zum Lernen in die Gruppen kommen. Meistens stehen sie dem sehr wohlwollend entgegen“, weiß Weihrauch zu berichten. Mit seinen Ausführungen wurde auch die enge Verzahnung von Schule und Praxis deutlich. Das ermögliche einen höheren praktischen Lernanteil in den Teilbereichen, als es die Ausbildungsverordnung vorsehe. Da viele der Lehrer ebenfalls aus den Einrichtungen stammen und so mit ihren Erfahrungen unterrichten können, werde dieser praxisnahe Anspruch zusätzlich untermauert. Mäsker begrüßte die Schüler auch als neue Mitarbeiter, denn sie seien mit dem Eintritt in die Ausbildung auch in eine starke Dienstgemeinschaft im St. Lukas-Heim aufgenommen worden, in der jeder Einzelne sich mit seinen Talenten und Erfahrungen stark einbringen könne. „Sie werden Erfolge genießen dürfen, eindrucksvolle Momente mit den Betreuten erleben, aber auch manchmal die ein oder andere Träne vergießen, weil sie vielleicht eine Situation nicht richtig eingeschätzt haben oder sie sich fragen, ob sie immer alles richtiggemacht haben? Aber er machte auch deutlich, dass sich die Einrichtung seit März diesen Jahres in einem neuen Zeitalter befinde. Vor einigen Wochen haben wir die Oberklasse als Abschlussjahrgang „Corona“ entlassen. Sie sind der Einstiegsjahrgang in das Corona-Zeitalter. Auch die künftigen Absolventen haben nach seinen Worten sehr gute Beschäftigungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Denn der Bedarf nach Fachkräften sei ungebrochen hoch. Entsprechend ist in der Fachschule das Bewerbungsverfahren für das Schuljahr 2021/2022 angelaufen. Weitere Infos sind im Internet unter www.hep-papenburg.de abrufbar. 


Stimmungsvolle Abschlussfeier unter den Hygiene- und Schutzmaßnahmen der Corona-Pandemie? Geht das?

Wir konnten alle Absolventen und ihre Angehörigen in unserem wunderschönen Park begrüßen. Dort wurden den Absolventen im feierlichen Rahmen ihre Zeugnisse überreicht. Ein Tag, der sicher noch vielen in Erinnerung bleiben wird.